Musikproduktion in Berlin

Mich hat die Erkältungswelle erwischt. Jetzt geht es wieder. Hier ein paar Nachträge.

10. November
Edits für Drums. Die besseren Versionen wurden mit Parts von den zweitbesten Version verbessert. Auch Elastic Audio kam wieder zum Einsatz. Alles war auf Klick eingespielt und dadurch war es einfach die Exaktheit zu überprüfen. Drumagog ist ein All-in-One Plug In für Drumreplacement. Teilweise wurde die Snare replaced. Mit einer Sammlung von Samples, die wir vor den Drums-Aufnahmen genommen haben.
Mit Melodyne konnten wir ein paar schiefe Gesangsstellen richten. Natürlich hätten wir sie auch noch mal aufnehmen können, aber es war nicht mehr viel Zeit und ein möglicherweise genervter Sänger singt nicht gut. Dieses Plug aus deutscher Produktion ist auch so eine komfortable All-in-One Lösung.

9. November
Die letzten Aufnahmen, vor allem Leadgitarren. Der kleine Röhren Amp klang super, aber die Box, ein Würfel mit einem 12″ Lautsprecher, hat nicht genug Volumen für einen fetten Sound. Wir haben wie immer auch eine Linespur aufgenommen, nicht nur für eventuelles Reamping, sondern auch, weil sich mit der Wellenform gut editieren lässt.

8. November
Reimi sang die Hauptstimme ein. Nachdem er die Songs durchhatte, lieferten Martin und Pawel die Backings. Danach hatte Reimi Zweifel an seinen Tracks und hatte Recht, denn als er die Songs zum 2. mal aufnahm, sang er besser.

Eine kreative Nutzung des Reflektionsschutz!
Sieht doch cool aus – oder?

7. November
Drums und Bass im Kasten, mal abgesehen von ein paar edits, die wir noch machen müssen. Die aktive DI-Box klang etwas besser und hatte mehr Höhen. Der Basskanal musste beim Ein- und Ausstecken des Instrumentenkabels gemutet werden. Anscheinend aktiviert die Inputbuchse die eingebaute Elektronik, die das Signal symetriert und möglicherweise auch etwas verstärkt. Aus der passiven DI-Box kam weniger raus. Vielleicht istder eingebaute Symetriertrafo nicht der beste.

6. November
Auch an der Snare konnte das SM57 nicht überzeugen und wurde im Blindvergleich von einem Beyerdynamic übertroffen, was man oft in Studios sieht. Die MD 421 an den Toms übertragen deren gut gestimmten Klang bestens. Die bessere der beiden Snares wurde ausgesucht. Gegen Ende des Tages klang sie aber seltsam. Im Vergleich zu den ersten Aufnahmen konnte ich schnell den Grund finden: sie war abgesackt und hat dadurch unerwünschte Resonanzen erzeugt. Bei Metal- und Punkdrummern verdreht sich wegen der ständigen Rimshots die Schraube wo der Stock auf den Ring schlägt. Wir müssen die Stimmung im Auge behalten.

Am Samstag habe ich bei Wojczech eine geile Snare gehöre. Freefloating = die Reifen sind an keiner Stelle mit dem Kessel verbunden und die Schrauben gehen von einem zum anderen. Dazu noch eine schöne Parallelabhebung für den Teppich.

4. November

Kondensator Mikrofone, die mit der Frequenzmodulation eines HF-Schwingkreises arbeiten, haben eine bessere Charakteristik bei hohen Schwingungen und sind weniger störanfällig gegenüber Feuchtigkeit und Induktion. Sie werden unter anderem deswegen bei Filmtonaufnahmen und Reportagen bevorzugt. Eines der bekanntesten ist das Sennheiser MKH 415, was es auch mit 12V Tonaderspeisung gab. Wird letztere versehentlich an ein dynamisches Mikrofon angeschlossen, wird es zerstört.

Man sollte immer erst die Mikrofone anschließen und danach die Phantomspeisung einschalten. Dynamische Mikrofone können durch ein Verkanten beim Anschließen auch von einer symetrischen Phantomspeisung zerstört werden.

Kondensator Kapsel

nächste Woche:
Zeitplan Aufnahmen FKF
Klaus – Drums
Julian – Bass
Martin – Git 1, Backings 1
Pawel – Git 2, Backings 2
Reimi – Lead Vocals
Tag Zeit
Mo 9:00-15:00 Aufbau, Soundcheck + evt. 1. Aufnahme Drums
Di 9:00-15:00 Aufnahme Drums + Bass, ggf. Git 2 (Klaus, Julian, ggf. Pawel)
Mi 9:00-18:00 Aufnahme Git 1, Lead Vocals, Backings 1 (Martin, Reimi)
Do 9:00-14:30 Aufname Git 2, Backings 2 (Pawel)

3. November.
der versuch mit dem mikrofon in der geschlossenen bassdrum war lustig. klang aber nicht gut. normalerweise ist sowieso ein rundes loch im resonanzfell und da kommen die mikros rein. ohne resonanzfell geht auch, aber dann sind noch mehr ungewollte übersprechungen auf dem/den Mikro(s).

bei der mikrofonierung des gitarrenamps zeigte sich wieder mal, daß das beliebte SM57 mit einem guten alten röhrenmikrofon nicht mithalten kann. nicht nur wegen des frequenzganges, sondern auch wegen des impulsverhaltens. wer jetzt sagt, der unterschied ist nicht so riesig und es gibt noch soviel andere spuren, so daß dieses detail nicht so wichtig ist, würde meine meinung zu hören bekommen: jedes detail sollte so gut wie möglich aufgenommen und abgemischt werden, damit das gesamtergebnis ein hörenswertes wird und die musik der künstler optimal dargestellt wird.

2. November.
bei einer selbstgebastelten klangsynthese hat sich wieder gezeigt, dass die durch die natürlichen obertonreihen vorgegebenen harmonischen töne nicht alle auf dem stimmgerät als richtig erscheinen. wieso? das stimmgerät verwendet herrn J.S. Bachs wohltemperierte stimmung, die für keyboards optimal ist, aber nicht für gitarristen. wieder mal sind gegebenenfalls kompromisse nötig um optimal aufzunehmen.

ich unterscheide bei mikrofonen 2 klassen: die relativ linearen und impulstreuen Kondensator- und Bändchenmikros und die vielen dynamischen, die ihren typischen charakter haben. die letzteren haben durchaus ihre berechtigung und können auch besser passen als die teuren kondensatormikros, aber um zu wissen welches passt, braucht man erfahrung und experimentierfreude.

von der band kamen noch ein paar beispiele für bands ihrer richtung:
Blink 182 & Sum 41
https://youtu.be/krpm0v_486k (witziger clilp)

1. November 2017. es geht wieder los. dieses mal heißt unsere band „Finding Kelly Fornia“
https://www.facebook.com/pg/findingkellyfornia/
wir werden 3 titel aufnehmen und abmischen.
zur zeit bereiten wir die produktion vor.
wir kommunizieren mit der band über die besetzung, die instrumente, den ablauf und den zeitplan.

Beispiele für melodic punk:
bad religion  https://youtu.be/qf_g3bdzfe4
green day  https://www.youtube.com/watch?v=Soa3gO7tL-c
the offspring  https://www.youtube.com/watch?v=7iNbnineUCI

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MUSIKPRODUKTION mit Calzada de los muertos im Mai  2017
der report ist nicht vollständig, weil mir die zeit fehlte. trotzdem finden sich hier bestimmt ein paar anregungen wie man musikaufnahmen optimieren kann.
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Freitag 19.5.2017
beim einpegeln für gesangsaufnahmen sollte man die maximale lautstärke schätzen. bei der probeaufnahme sind sänger oft leiser, als bei der ernst gemeinten. auch tauchen plötzlich gebrüllte teile auf, nachdem man für mittlere lautstärke eingestellt hat. wenn man die stücke mit allen aktuellen änderungen im kopf hat, klappt das besser. aber über eine übersteuerte erste aufnahme kann sich niemand ernsthaft beschweren.
bei mehreren sängern im gleichen raum sollte jeder ein mikrofon haben, es sei denn es ist ein chor mit mehr als 4 sängern. oft singt einer falsch und keiner weiss, wer es war. der falsch-sänger lässt sich durch muten der einzelnen mikrophone leichter ermitteln.
wann ist der ton noch getroffen? eine schwierige frage. eine menschliche stimme ist schwerer zu beherrschen als ein instrument. da gibts keine bünde oder stimmgerät. OK, es gibt Melodyne, wahrscheinlich die beste intonationssoftware, ausgedacht von Münchner ingeneuren, aber dergleichen sollte nur zum einsatz kommen, wenn es anders nicht geht und genug zeit übrig ist.
 
Fernando, am Dienstag
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Donnerstag 18.5.2017
ja, ja, spätestens im studio hören die kollegen was die anderen spielen. der bass war 95% bundrein (ich kontrolliere alle gitarren und bassgitarren) und der soundcheck war  einfach, allerdings gabe es bei zwei titeln ausfühliche diskussionen innerhalb der band, ob der basslauf passt. solche sachen passieren immer wieder. deshalb ist es so wichtig, dass die band vor der studioaufnahme eine preproduction macht und riffs und arrangements abklären.
um die arbeit mit dem bläsersatz abzukürzen habe ich angeboten einen für die bläser schwierigen titel mit elastic audio gerade zu ziehen, um anschließend den besten einsatz per copy paste auf die jeweiligen stellen zu packen. allerdings habe ich beim ermittlen des tempos wohl die schnellste stelle erwischt und deshalb klang der angfang zu schnell. wir haben dann einen mittelweg gefunden. es ist zwar möglich im nachhinein ein stück genau auf ein betimmtes tempo zu bringen, aber manchmal geht dabei wertvolle zeit drauf. ich mache sowas nur, wenn es wirklich was bringt.

Drill sergeant Harris and his recruits
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Mittwoch 17.5.2017
erstmal haben wir eine klickspur auf dem Protools eingerichtet und auf die Kopfhörerverstärker geroutet. dann allmählich lauter gemacht, bis der schlagzeuger und der gitarrist meinten der klick wäre laute genug. beim aufnahmeversuch stellte sich schnell heraus, dass der schlagzeuger nicht zum klick spielen konnte. er hat das auch nie geübt. war auch nicht so wichtig, da er ganz gut das tempo hält. leider wird das kopieren von bläser stellen dadurch schwieriger. als nächstes haben wir entschieden mit welchen versionen der basic tracks wir weiter arbeiten wollen. die bläser kamen um 11. saxofon, trompete und posaune. das wurde mir erst am beginn des aufnahmetages gesagt, was aber kein problem war. während wir die mikrofone aufbauten, haben die bläser im regieraum geprobt. alle bläser werden mit bewährten kondensator mikrofonen aufgenommen. sie bekamen einen gemeinsamen kopfhörermix, was bei bläsern machbar ist, da sie sich, weil sie laut genug spielen, auch direkt hören können. jeder einzelne bestimmt das verhältnis des mixes in dem er ein ohr teilweise frei lässt. am ende des kurzen aufnahmetags war noch genug zeit eine gitarrenspur zu reparieren. wir nehmen die gitarre komplett über den Kemper amp auf. lediglich für die feedback stellen werden wir den mitgebrachen Engl combo benutzen
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Dienstag 16.5.2017
konnten wir erstmal Protools nicht laden, weil die  spätschicht manuell eine falsche samplerate eingestellt hat. problem gefunden und korregiert. microphone verglichen und mal wieder darüber nachgedacht die grenzfläche in der kickdrum rauszuschmeissen, aber wer weiss wozu die spur noch gut sein kann. dann den soundcheck zu ende gebracht. 3 titel aufgenommen. 2 channels sind nacheinander ausgefallen. das hält auf, wenn man erstmal denkt irgendwelche kabel oder outboard geräte wären kaputt. trotzdem ein paar nette ska punk nummern aufgenommen. nur drums und gitarre ist natürlich nicht so spannend, aber wir wissen ja wo es hin geht. der kemper amp hat wieder mal gute dienste geleistet.
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Montag 15.5.2017
ging es mit produktionsvorbereitungen los. was muss man über die band wissen. welche räume sind geeignet. welche mikrophone sollen zum einsatz kommen. wie sieht der zeitplan aus und wie kann man alle dazu bringen sich daran zu halten. etc.

 

english: http://harrisjohns.blogsport.eu/

Harris Johns: http://mixingdesk.eu/