Musikproduktion in Berlin

Freitag 19.5.2017
beim einpegeln für gesangsaufnahmen sollte man die maximale lautstärke schätzen. bei der probeaufnahme sind sänger oft leiser, als bei der ernst gemeinten. auch tauchen plötzlich gebrüllte teile auf, nachdem man für mittlere lautstärke eingestellt hat. wenn man die stücke mit allen aktuellen änderungen im kopf hat, klappt das besser. aber über eine übersteuerte erste aufnahme kann sich niemand ernsthaft beschweren.
bei mehreren sängern im gleichen raum sollte jeder ein mikrofon haben, es sei denn es ist ein chor mit mehr als 4 sängern. oft singt einer falsch und keiner weiss, wer es war. der falsch-sänger lässt sich durch muten der einzelnen mikrophone leichter ermitteln.
wann ist der ton noch getroffen? eine schwierige frage. eine menschliche stimme ist schwerer zu beherrschen als ein instrument. da gibts keine bünde oder stimmgerät. OK, es gibt Melodyne, wahrscheinlich die beste intonationssoftware, ausgedacht von Münchner ingeneuren, aber dergleichen sollte nur zum einsatz kommen, wenn es anders nicht geht und genug zeit übrig ist.
 
Fernando, am Dienstag
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Donnerstag 18.5.2017
ja, ja, spätestens im studio hören die kollegen was die anderen spielen. der bass war 95% bundrein (ich kontrolliere alle gitarren und bassgitarren) und der soundcheck war  einfach, allerdings gabe es bei zwei titeln ausfühliche diskussionen innerhalb der band, ob der basslauf passt. solche sachen passieren immer wieder. deshalb ist es so wichtig, dass die band vor der studioaufnahme eine preproduction macht und riffs und arrangements abklären.
um die arbeit mit dem bläsersatz abzukürzen habe ich angeboten einen für die bläser schwierigen titel mit elastic audio gerade zu ziehen, um anschließend den besten einsatz per copy paste auf die jeweiligen stellen zu packen. allerdings habe ich beim ermittlen des tempos wohl die schnellste stelle erwischt und deshalb klang der angfang zu schnell. wir haben dann einen mittelweg gefunden. es ist zwar möglich im nachhinein ein stück genau auf ein betimmtes tempo zu bringen, aber manchmal geht dabei wertvolle zeit drauf. ich mache sowas nur, wenn es wirklich was bringt.

Drill sergeant Harris and his recruits
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Mittwoch 17.5.2017
erstmal haben wir eine klickspur auf dem Protools eingerichtet und auf die Kopfhörerverstärker geroutet. dann allmählich lauter gemacht, bis der schlagzeuger und der gitarrist meinten der klick wäre laute genug. beim aufnahmeversuch stellte sich schnell heraus, dass der schlagzeuger nicht zum klick spielen konnte. er hat das auch nie geübt. war auch nicht so wichtig, da er ganz gut das tempo hält. leider wird das kopieren von bläser stellen dadurch schwieriger. als nächstes haben wir entschieden mit welchen versionen der basic tracks wir weiter arbeiten wollen. die bläser kamen um 11. saxofon, trompete und posaune. das wurde mir erst am beginn des aufnahmetages gesagt, was aber kein problem war. während wir die mikrofone aufbauten, haben die bläser im regieraum geprobt. alle bläser werden mit bewährten kondensator mikrofonen aufgenommen. sie bekamen einen gemeinsamen kopfhörermix, was bei bläsern machbar ist, da sie sich, weil sie laut genug spielen, auch direkt hören können. jeder einzelne bestimmt das verhältnis des mixes in dem er ein ohr teilweise frei lässt. am ende des kurzen aufnahmetags war noch genug zeit eine gitarrenspur zu reparieren. wir nehmen die gitarre komplett über den Kemper amp auf. lediglich für die feedback stellen werden wir den mitgebrachen Engl combo benutzen
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Dienstag 16.5.2017
konnten wir erstmal Protools nicht laden, weil die  spätschicht manuell eine falsche samplerate eingestellt hat. problem gefunden und korregiert. microphone verglichen und mal wieder darüber nachgedacht die grenzfläche in der kickdrum rauszuschmeissen, aber wer weiss wozu die spur noch gut sein kann. dann den soundcheck zu ende gebracht. 3 titel aufgenommen. 2 channels sind nacheinander ausgefallen. das hält auf, wenn man erstmal denkt irgendwelche kabel oder outboard geräte wären kaputt. trotzdem ein paar nette ska punk nummern aufgenommen. nur drums und gitarre ist natürlich nicht so spannend, aber wir wissen ja wo es hin geht. der kemper amp hat wieder mal gute dienste geleistet.
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Montag 15.5.2017
ging es mit produktionsvorbereitungen los. was muss man über die band wissen. welche räume sind geeignet. welche mikrophone sollen zum einsatz kommen. wie sieht der zeitplan aus und wie kann man alle dazu bringen sich daran zu halten. etc.

 

english: http://harrisjohns.blogsport.eu/

Harris Johns: http://mixingdesk.eu/